Lisa-Tetzner-Oberschule
Barsinghausen

Mitteilungen


Zurück zur Übersicht

15.10.2018

"Geschichte nicht nur mit dem Kopf lernen, sondern mit dem Herzen fühlen" Die Klassen 10a und 10d besuchen Bergen Belsen

„Es schien, als würde der Himmel für all die unter Leid verstorbenen Menschen weinen“ – Eine Tagesfahrt nach Bergen-Belsen

Geschichte nicht nur mit dem Kopf lernen, sondern mit dem Herzen fühlen. Diese Erfahrung machten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10a und 10d der Lisa- Tetzner- Oberschule in Barsinghausen. Die Themen des Drittes Reiches, des 2.Weltkrieges und die Judenverfolgung standen wie jedes Jahr auf dem Lehrplan. Doch in diesem Jahr sollten sich die Jugendlichen dem Lehrstoff auch auf emotionaler Ebene nähern.
Am Freitag, dem 21.09.2018 fuhren die beiden Klassen mit ihren Geschichtslehrerinnen zu der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Nach einer einstündigen Busfahrt war das Ziel erreicht. Beide Klassen wurden getrennt und bekamen von einem Experten vor Ort eine thematische Einführung in das ehemalige Lager Bergen-Belsen. Den Schülerinnen und Schülern wurde hier bereits die Möglichkeit gegeben, ihr Vorwissen anzuwenden sowie Fragen zu stellen. In der Gedenkstätte wurde das Gelernte aus dem Unterricht lebendig. Geplant waren ein Rundgang durch das Gelände sowie ein kurzer Aufenthalt im Dokumentationszentrum der Gedenkstätte.
Während des Rundganges durch das Außengelände erhielten die Schülerinnen und Schüler Informationen zu der Lagergrenze und zu den „Kochbereichen“. Es folgte ein Gang zu dem jüdischen Mahnmal und den Massengräbern. Die Schüler und Schülerinnen beschrieben diese Erfahrung als besonders prägend: „Am besten fand ich, dass wir die Massengräber besichtigt haben, weil ich dann eine Gänsehaut gespürt habe und an damals denken musste. Sowas ist unvorstellbar“. Eine andere Schülerin sagte dazu: „Die Massengräber fand ich sehr groß und zu wissen, dass dort 3000 Tote drin liegen ist schlimm. Man weiß nicht einmal, wer die Person mal war“.
Der Besuch des Dokumentationszentrums und der Ausstellung beendeten unseren Tag in Bergen-Belsen. Die Schülerinnen und Schüler bekamen hier die Möglichkeit, sich mit den verschiedenen Informationstafeln, Medienstationen und dem Filmmaterial zu beschäftigen. Das blieb nicht ohne Wirkung: „Durch den Kurzfilm hat man gesehen, wie man die Menschen einfach ohne Rücksicht in mehrere Massengräber „reinschmiss““, schrieb ein Schüler. Eine weitere Schülerin war ebenfalls bedrückt: „Es war traurig zu sehen, wie dünn die Menschen früher waren oder wie sie einfach in das Loch geschmissen wurden“.
Nach knapp 3,5 Stunden war der Ausflug in der Gedenkstätte Bergen-Belsen vorbei und die Schülerinnen und Schüler verließen diesen Ort mit vielen Eindrücken. Eine Aussage einer Schülerin fasst die Emotionen, die durch diese Fahrt ausgelöst wurden, deutlich zusammen:
„Durch den Besuch der Gedenkstätte Bergung-Belsen konnte ich mir ein Bild der damaligen Lage machen. Bei den Massengräbern kam einem ein komisches Gefühl auf. Das merkwürdige Gefühl, an einem Ort zu sein, wo Menschen andere Menschen wie Dreck behandelten. Es schien, als würde der Himmel für all die unter Leid verstorbenen Menschen weinen. Die schrecklichen Bilder, die in der Ausstellung zu sehen waren, sind Bilder, die man nicht mehr so leicht aus dem Kopf bekommt. Sie zeigen wie grausam die Leute damals behandelt wurden“.



Zurück zur Übersicht