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Kurzbiographie

Lisa Tetzner - Kinderbuchautorin und Märchenerzählerin

Geboren am 10.11.1894 in Zittau/Lausitz, gestorben 1963 in Carona (Schweiz)

Lisa Tetzner war Tochter eines Arztes. Seit ihrer Jugend war sie zeitweilig an den Rollstuhl gefesselt. Gegen den Willen ihres Vaters besuchte sie die "Soziale Frauenschule" in Berlin und nahm schließlich drei Jahre lang Unterricht an der Schauspielschule Max Reinhardts.

Sie schloss sich der Jugendbewegung anLisa Tetzner - Lebenswerk und zog seit 1918 mit Unterstützung des Verlegers Eugen Diederichs als Märchenerzählerin durch die Dörfer Mittel- und Süddeutschlands.

1924 heiratete sie den Kinderbuchautor Kurt Kläber (Pseudonym Kurt Held).

Seit 1927 Leitung der Kinderstunde beim Berliner Rundfunk, 1933 Emigration mit ihrem Mann in die Schweiz. 1948 erhielt sie die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Bekannt wurde Lisa Tetzner bereits in den 20er Jahren durch ihre Märchenausgaben und das proletarische Märchen "Hans Urian. Die Geschichte einer Weltreise" (1929). Die noch in Berlin begonnene und in der Schweiz abgeschlossene neunbändige Kinderodyssee "Die Kinder aus Nr. 67" (1933-1949) gilt als das wichtigste deutschsprachige Kinderbuch des Exils, in dem das Ende der Weimarer Republik und der Beginn des Nationalsozialismus in Deutschland dargestellt werden. 1979 wurden die ersten beiden Bände verfilmt. Dieses umfangreiche Werk (ca. 1600 Seiten) umfasst den Zeitraum von 1931 bis 1946 und stellt das Leben einer Kindergruppe in einer Berliner Mietskaserne dar. Der Kreis der Hauptfiguren wird dabei allmählich erweitert. Handelt der erste Band ausschließlich von der Freundschaft zwischen Erwin und Paul, so wird im zweiten Band mit Mirijam die dritte Bewohnerin aus Nr. 67 eingeführt, bis sich am Schluss zehn junge Menschen, die durch mannigfaltige Beziehungen miteinander verbunden sind, in der Schweiz treffen. Infolge der Machtergreifung der Nationalsozialisten werden sie voneinander getrennt; ihre Fluchtwege führen sie über Frankreich nach Schweden, Südamerika, USA, Kanada und zurück in die Schweiz. Der letzte Band, der sich durch seinen utopischen Charakter auszeichnet, wurde seit der zweiten Auflage weggelassen und ist erst seit der Neuauflage von 1990 wieder im Buchhandel erhältlich. Mittlerweile liegen Übersetzungen in zwölf Sprachen vor.

Daten aus ihrem Leben

1894 Lisa Tetzner wird am 10. November geboren.
1912 Besuch der Sozialen Frauenfachschule in Berlin und Schauspielunterricht
1917 Diplom zur „Staatlich geprüften Fürsorgerin"
1918 Anschluss an die Jugendbewegung; Beginn der Wanderschaft als Märchenerzählerin
1924 Eheschließung mit dem Kinderbuchautor Kurt Kläber ( Pseudonym: Kurt Held )
Einrichtung und Leitung der Kinderstunde beim Berliner Rundfunk
1929 Erste Veröffentlichung ihrer gesammelten Märchen mit Unterstützung des Verlegers Eugen Diederichs
1932 bis 1943 Entstehung der Kinderbuchserie „Die Kinder aus Nr. 67“.
1933 Emigration mit ihrem Ehemann Kurt Kläber nach Carona / Schweiz
1948 Lisa Tetzner erhält die Schweizer Staatsbürgerschaft.
1959 Ihr Mann Kurt Kläber verstirbt im Alter von dreiundsechzig Jahren.
1963 Lisa Tetzner stirbt am 02.Juli in Carona Schweiz
1979 Die Verfilmung der ersten beiden Bände ihrer neunbändigen Kinderbuchodyssee „Die Kinder aus Nr. 67“ beginnt.